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Berlin Letters

Wowwzers war das ein Erlebnis!

Langsam bin ich hier aus meiner Reiseblase befreit und kann euch nun ausführlich Berichten.

Vielleicht sollte zuerst gesagt sein, dass ich echt nicht sooo gerne Reise und erst recht nicht ohne meine Familie. Aber als ich das erste mal von dem Berlin Letters Festival in Berlin las, zog es mich magisch an und ich wusste ich musste das tun. Mein Abenteuer des Jahres!


Berlin Letters ist ein neues Festival für Lettering, Sign Painting, Kalligrafie und Type-Design. Drei Tage Austausch und Inspiration für Designer und alle Schriftbegeisterten – mit großartigen Sprechern und Sprecherinnen, Profi-Workshops und Halligalli. Zum Zuhören, Zusehen, Handanlegen. Und natürlich zum Leute treffen und Netzwerken.

https://berlinletters.com/

So kaufte ich bereits im Dezember die Tickets, ohne genau zu wissen wie es abläuft, welche Workshops es geben wird.

Wir Schweizer taten uns zusammen und Romana, die gute Seele, kennt in jedem Ecken der Welt irgendwer der eine Wohnung vermietet, so war auch schnell klar wo wir unterkommen werden!

Am Mittwoch Abend ging es dann los, ich reiste mit Romana im Nachtzug Richtung Berlin. Die anderen Beide gingen schon eher, da sie es sich so einrichten konnten. Ok… der Nachtzug war nicht unbedingt der Hit, könnte man schlafen bei dem gerüttel, vielleicht eher 😉 Aber ein Abenteuer war es allemal und viel gelacht haben wir auch! Es ging alles schlag-auf-schlag, unser Zug hatte Verspätung und so reichte es uns zeitlich nicht zuerst in unsere Wohnung zu gehen. Also direkt in Berlin angekommen, weiter in den Bus nach Neukölln wo das Festival stattfand.

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Bild von Romanaschrift.ch welche sie ins Gästebuch gezeichnet hat! Ist es nicht meeega schöön?!?

10.03 Uhr kamen wir dann beim Eventlokal an, checkten hecktisch ein und verteilten uns an die ersten Workshops.

Donnerstag

Workshop Breitfeder-Kalligrafie

Ich durfte bei Andreas Frohloff einen Breitfeder-Kalligrafie Workshop machen. Wir durften jenste Schreibgeräte ausprobieren und Andreas gab uns ein enormes Wissen der Geschichte weiter. Blöd nur, dass ich halt die gebrochene Schrift wenig beherrsche, es hat mir jedoch Spass gemacht alles auszuprobieren.

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Am geschmeidigsten fand ich das BalsaHölzchen, es schrieb sich wahnsinnig schön mit ihm und ich mag die Einfachheit eines Schreibgerätes!

Die zugeschnittenen Parallepens durfte ich schon bei der lieben Iris kennenlernen, den RulingParallelpen kannte ich noch nicht und den fand ich sehrsehr cool!


Nach diese tollen 3h hatten wir eine kurze (sehr kurze) Pause. Aber essen und durchatmen wird ja bekanntlich eh überbewertet 😉 Danach ging es schon los mit der Begrüssung und den halbstunden Talks.

Ich glaube es wäre to much, wenn ich nun über jeden Einzelnen berichte. Ich werde euch einfach ein paar rauspicken, welche mich echt berührt haben.


Talks

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Foto von Romana!

Den Auftakt machte Ivan Castro…. schmelz… Ich glaube ich bin ein LetteringGroupie! Ein sehr sympathischer Kerl aus Barcelona. Ich finde auch sein Buch der Hit und er erzählte uns, wie er mit Lettering begann und was in inspiriert. Ein talk auf englisch, ich kann ja kein englisch, aber einiges konnte auch ich mitnehmen!


Wer mich am meisten inspiriert und berührt hat war Merle Michaelis! Als ich das Program las (Merle Michaelis – Kalligrafie & Kampfkunst), wollte ich diesen Talk eigentlich auslassen, aber irgendwie sassen wir so, dass ich nicht weg kam – zum Glück!

Merle arbeitet unteranderem grossflächig mit einem Besen. Mit ganzem Körpereinsatz und geerdet und mit allem Philosophien des KongFu. Also „Bleibe im Gegenwärtigen Moment“ „bewerte dein Tun nicht immer sofort“ „Erwartungen loslassen“ also alles schlaue Dinge, wie ich finde!!

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LieblingsTalk von Merle Michaelis

Sie sprach von Bewegung, Achtsamkeit, Rhythmus und Kontuität. Das der Schwung aus der Mitte des Körpers und dem Geist kommen sollte und Wiederholungen sich irgendwann mal ins Muskelgedächnis einprägen werden. Sie schreibt auch lauter kleine a`s – mal schauen was da noch so kommt 🙂

Eine sehr authentische, herzliche Persönlichkeit – ich bin froh, steckte ich auf meinem Stuhl fest!!


Hier ein kleiner Einblick von den weiteren Talks, die Zusammenfassung konnte ich btw erst Zuhause machen. Ich war nicht im Stande, direkt Notizen zu machen. Ich durfte die wunderschönen Notizen von Romana abfotografieren, damit ich mich Zuhause wieder erinnern könnte.

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Verpasst habe ich dann leider den Talk von Guido de Boer und die 7×7 Vorträge – aber ich klappte hungrig und voll müde fast zusammen. Also gingen wir mal weiter.


Freitag

Workshop Flourishing

Nach genügend Schlaf und einem ausgiebigen Frühstück ging es auf zum nächsten Workshop. Da ich mir die deutschen Workshops ausgesucht habe, ging ich zu Stefanie Weigele von Federflug an den Flourishing-Workshop.

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Ha! Mein Werk 😀

Ein sehr bereichernder Workshop! Ich fand es klasse, dass wir hier direkt zu den Flourishes gegangen sind. Obwohl es ein Thema ist, welches erst nach dem erlernen der englischen Schreibschrift mit der Spitzfeder kommt. Aber genau dies hat es ausgemacht, denn wie man es erahnen kann, bin ich mit der Kalligrafie noch nicht soweit, dass ich sagen kann dass ich es beherrsche.

Ich habe auch vorab schon einige Anleitungen zu den schwungvollen Verzierungen gelesen und im grossen und ganzen war es nichts Neues (üben muss man halt doch, lach). Aber die Herangehensweise mit Butterbrotpapier und Bleistift und dem Einschreiben mit verschiedenen Schwungübungen fand ich sehr sinnvoll und war für mich neu in diesem Zusammenhang!

Auch bei Stefanie lernten wir vieles über alte Schriften und das es sehr wertvoll ist, alte Schriftbilder zu analysieren!


Talks

Ja, am Donnerstag gab es einige interessante Talks. Zu beginn kam der Hubert Jocham. Ein sehr sympathischer, lustiger Allgäuer, welcher uns Einblick gegeben hat wie er Arbeitet und wie er von Hand zu einem Logo oder einem Font kommt. Er sprach auch von gesundem Widerstand und er sei ein konstruktiver Rebell.

Nach diesem Vortrag ging ich mal auf seine Webseite und staunte nicht schlecht, welche Logos aus seiner Hand sind – von diesen hat er nichts gesagt. aber hey, geht selber mal schauen, dass sind einige welche uns einfach im Kopf sind, krass!


Danach kam Fritz Grögel, dies war auch einer meiner Lieblingtalks! Mann, hat dieser Herr ein Wissen über die Schriftgeschichten in verschiedenen Ländern! Und eine „gsüffige“ Stimme, der man einfach gerne zuhört!

Und mega, was man in einer halben Stunde so alles lernen kann!

Wenn es jemand interessiert, ich fand durch die vielen tollen Berichte des Festivals heraus, dass Fritz einen YoutubeFilm hat. Ich finds mega spannend! (Achtung BuchstabenNerdig!)


Dann kam Chris Campe, welche die tollsten Handlettering und Brushlettering Bücher schrieb und btw Co-Organisator des Festivals ist. Sie erzählte von verschiedenen Lettering Hacks und was ich sehr lustig fand:

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Na? kennt ihr diesen Satz? Wenn nicht, warst du noch nie an einer meiner Brushlettering Workshops 😉


Dann kam auch noch Martina Flor. Auch ihr Buch ist eines welches ich sehr mag und ich glaube es war auch eines der ersten deutschsprachigen Handlettering Bücher. Daher auch eines, nebst den Büchern von Chris, welches ich tatsächlich gelesen habe.

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Man merkte, dass es Martinas Welt ist solche Talks zu halten, es war sehr angenehm ihr zuzuhören, jedoch war nicht viel Neues, da sie Passagen aus ihrem Buch erklärt hat.


Ich ärgere mich ein wenig, dass ich die Talks von Gayane Yerkanyan (Sie war mein RunningGag am ganzen Festival und heee, sie hat ne Frisur) und Otto Baum sausen liess. Aber irgendwann braucht mein filterloses Hirn halt einfach pausen. Und Ottos Wallphabet durfen wir auf der Terrasse bestaunen!

Samstag

Sightseeing mit Romana

Ja du liest Richtig! Romana und ich haben am Freitag Abend beschlossen, dass wir am Samstag morgen aufstehen und noch etwas Anderes sehen wollen. kann ja nicht sein, dass wenn ich mal in einer solch grossen Stadt bin und nur vom Hauptbahnhof nach Neukölln tingle.

Es wollte niemand mitkommen, lach, um neun Uhr fanden wir es dann auch nicht mehr die beste Idee, da wir voll müde waren. Wir standen um 5.30 Uhr auf und gingen mit dem Bus Richtung Friedrichhain, dort hat es am meisten Streetart und die wollten wir uns anschauen gehen.

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Hier meine Zusammenfassung!

Romana ist der beste TouriGide ever! Danke du Liebe, ich bin froh, haben wir das gemacht!!

Workshop Brushlettering

Um 10 Uhr ging es dann wieder los mit dem bereits letzten Workshop bei Chris Campe – ich fand es super! Und ich habe auch einiges gelernt und weiss nun, wo ich weiter üben kann und es war auch toll mal zu erleben, dass ein Profi wie Chris auch vieles sagt, welches an meinen Kursen vorkommt!

Und ich und das kleine r schlossen Freundschaft, was aller höchste Zeit war!!


Talks

Am Samstag war mein Kopf bereits ziemlich übersättigt und ich habe die Zeit der meisten Talks auf der ruhigen Terrasse verbracht.

Die Talks von Francis Chouquet und Doro Ottermann habe ich gesehen und es waren Beide grandios! Ich bin schon lange ein Fan von Francis auf Instagram, er arbeitet in Basel und wohnt in Frankreich und ich durfte schon vor kurzer Zeit bei ihm einen Workshop besuchen, deshalb war es Ehrensache am Talk teilzunehmen! Und doro bot wohl den lustigsten Talk des ganzen Festivals, er war sehr sehr erfrischend. Aber seht auf der Zusammenfassung:

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Als dann schon fast alle 250 Leute voll mit Informationen waren, kamen als letzter Talk noch High on Type, ein KünstlerKollektiv aus der Niederlande. Läck! war das ein spektakuläres Ende und wieder ein Grund um Groupie zu werden! Die boten schnell eine Show, es waren alle wieder da und die Post ging ab. Es waren auch die Jungs, welche auf dem Rooftop die tolle Wand gestaltet haben.

Die haben sie am Schluss in Stücke gesägt und jeder durfte ein Teil mit nach Hause nehmen – eine sehr coole Erinnerung an ein grandioses Festival! Bei mir ist jetzt ein Teil von React – findest du es?


Am Sonntag fuhr ich dann ganz alleine mit dem Zug zurück in die Schweiz, ich habe es sehr genossen 8h einfach dazusitzen!

Fazit

Ochhhh war das schön!! Ich bin froh, habe ich mich auf dieses Abenteuer eingelassen und durfte drei Tage mit Menschen verbringen, welche die selbe Leidenschaft haben. Ich habe viel gelernt und weiss, dass es noch sooooo viel gibt, was ich lernen will und üben muss/will!

Und voll krass, dass du bis hierher gelesen hast – ich glaube ich habe noch nie einen sooo langen Blogbeitrag geschrieben – lasse mir doch einen Kommentar da, ich würde mich freuen!

Ste*

  1. WoW! Das muss wirklich eine geile Zeit gewesen sein! Ich freue mich sehr für dich und bedankte mich recht herzlich für diesen zauberhaften Reisebericht 🙏🏻. Gerne schaue ich mich deine ‚Helden der Wort&Schrift‘ genauer an!!!
    Danke tuusig liebe Ste*

  2. Wau, liebe Ste*, mega was du alles erlebt hast. Ich freue mich riesig für dich, dass du gesprungen bist über deine Komfortzone und die Reise angetreten hast. Sovieles konntest du mitnehmen und warte gespannt auf deine neuen Ideen und Kreationen. 😍