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Immerwieder Donnerstags… mit Fredi von Ponyhofbesucher

…da donnerts… ehm nein, möchte ich Euch Leute vorstellen, welchen ich immer wieder im wörldweitweb Begegne und mir immer wieder ein lächeln oder ooohhhwieschön in mein Gesicht zaubern. Menschen welche ich nicht mehr missen möchte und deshalb soll sie jeder kennen!

Heute mit dem Fredi, oder auch Freudi genannt, von Ponyhofbesucher

Fredi lernte ich eigentlich durch ein gröhlen von meinem Mann kennen. Abends auf der Coach, jeder surft so vor sich hin und plötzlich lacht Tinu so vor sich hin. Irgendwann fragte ich mal, was denn da so lustig sei und mein Mann zeigte mir die Texte von seinem ExUnterstift. Ich folgte seiner Seite dann und auch ich grinste dann immer wieder vor mich hin, wenn ich die Texte las. Oder mehr so ein „joooogenau-kennich* gröhlen. Ich bin ganz und gar nicht der Leser, aber wenn jemand „gsüffig“ schreibt, lese es auch ich. Und Fredis Texte sind mehr als nur „gsüffig“ zum lesen, ich mag sie einfach.

Irgendwann mal haben wir es dann auch geschafft uns auf einen Kaffee zu treffen, damit mein Mann und Fredi alte Geschichten aufleben lassen können (ich fühle mich gerade recht alt beim schreiben) und ich war ganz gespannt wie der Herr Ponyhofbesucher so in Echt ist.

Ja, liebe Leser, Fredi ist in Echt genauso wie seine Texte – finde ich cool! Aber lest selber:

 

Beschreibe Dich und Dein tun in einem Gedicht
Geburt:
Festgemauert in der Erden
Steht die Form aus Lehm gebrannt.
Heute muss die Locke werden,
frisch, Hebammen, seid zur Hand!

Kindheit:
Mit Super Mario Schildkröten geplättet,
und die Prinzessin gerettet,
Mit Marty McFly in die Vergangenheit und zurück,
Nutella zum Frühstück,
Tiki Brausepulver und Kaugummizigarette,
Ach, wenn ich das heut noch hätte…

Jugend:
Wer fährt so spät durch die Nacht und sucht das Bett?
Es ist der ponyhofbesucher mit seinem Moped
Er hat das Bier wohl in dem Arm,
Er faßt es sicher, er hält es warm.

20er
Dass das Bier in meiner Hand alkoholfrei ist,
ist Teil einer Demonstration
gegen die Dramatisierung meiner Lebenssituation
Doch andrerseits sagt man, das Schweinesystem
ist auf nüchterne Lohnsklaven scharf
Darum steht da auch noch ein Whisky,
weil man dem niemals nachgeben darf!

30er
Merci für d Liebi für d Träne für d Narbe
Merci dass i no nid bi gschtorbe
Merci für jede Tag für jedi schöni Nacht
Merci für jede Seich wo ni no nid ha gmacht

Gespannt was da noch kommt? Ich auch  (Ich hoffe es ist nichts von Klaus & Klaus oder Francine Jordi…)

Wie bist Du zum PoetrySlam gekommen?
Zuerst habe ich nur Texte geschrieben; für mich. Lustige Geschichten und Erlebnisse, wie wir sie alle haben und die es meiner Ansicht nach wert sind festgehalten zu werden.
Dann habe ich angefangen die Texte zu veröffentlichen indem ich meinen Blog startete. Der ponyhofbesucher ist jetzt seit 2013 online und hat ein kleines aber treues Publikum.
Im letzten Jahr performte ich beim Geburtstag einer guten Freundin einen Text, dieser kam sehr gut an und ich fing an darüber nachzudenken ob ich auf die Bühne soll.
Diesen Frühling war ich auf der Openstage im Chrämi und wurde in meinem Vorhaben bestärkt. Und nun, in diesem Herbst hatte ich meine Premiere und es war sehr eindrucksvoll.
Das Niveau ist sehr hoch, genauso wie die Diversität, das macht diese Events so spannend und interessant. Ich durfte gegen hervorragende Slamer antreten, habe super Leute kennengelernt und vor lauter Nervosität diverse neue graue Haare gekriegt. Das wars wert!
Was möchtest Du bei Deinen Mitlesern/Zuhörern erreichen?
In erster Linie möchte ich unterhalten und die Leute mit meinen Texten zum lächeln (im besten Fall zum Lachen) bringen. So richtig tiefgründig sind meine Texte ja nicht, aber zwischendurch gibt es vielleicht einmal einen Satz über den es sich lohnt nachzudenken. Das ist dann der Bonus!

Welches war Deine schönste Geschichte im Zusammenhang mit dem schreiben?
Es gibt immer wieder lustige Backflashs, Dinge die passiert sind aber ich vergessen habe und dann plötzlich während dem Schreiben wieder an die Oberfläche treten. Diese werden dann auch vielmals eingebaut.

Schreibst Du Deine Geschichten zuerst auf Papier?
Nein. Allerdings kommt es zwischendurch vor, dass ich mir irgendwelche Ideen hinkritzel. Daraus entsteht manchmal was, manchmal nicht.

Was ist Dir sonst noch so Wichtig im Leben?
Ich glaube das, was allen wichtig ist. Liebe, Gesundheit, Glück und Zufriedenheit. Für vieles davon sind wir selbst verantwortlich. Dieses Privileg haben wir, weil wir in dieser Zeit und in diesem Land leben. Und ich bin ein Genussmensch, Genuss ist mir sehr wichtig!

Schreibst Du in Deinem Alltag oft Dinge von Hand?
Im Berufsleben schon, leider muss ich meinen Mitarbeitern meistens erklären was das Gekritzel bedeutet.

Wie wichtig ist Dir eine schöne Handschrift?
Es wäre schön wenn ich eine schönere (oder zumindest besser leserliche) Handschrift hätte aber dies gehört halt nicht zu meinen Talenten. Ich lese aber gerne Handgeschriebenes welches eine gewisse Eleganz hat. Trotzdem, der Inhalt ist mir wichtiger…

Und zu Guter Letzt würde mich noch Dein Lieblings Dichter interessieren
Ich musste in der Schule etwa die ersten 20 Strophen vom Lied der Glocke auswendig lernen (Strafaufgaben), das hat mich geprägt. Auch der Erlkönig und der Zauberlehrling finde ich klasse, die haben einen wunderbaren Sprachrhythmus und wenn man bedenkt wie lange diese Texte schon rumschwirren und immer wieder neu interpretiert werden, da müssen die Herren Goethe und Schiller schon was richtig gemacht haben.
Heute gibt es den klassischen Dichter ja fast nicht mehr, sondern eher Poeten.
Hier fasziniert mich Sven Regener, Sänger der Band Element of Crime und Autor von u.a. Herr Lehmann. Regener schafft etwas praktisch unmögliches, nämlich schwere, melancholische Texte so zu verpacken dass sie dich zum einen tief berühren und gleichzeitig auch ein Lächeln aufs Gesicht zaubern können und dich zwischen deprimiert und wohlig warm und glücklich zurück lassen.
Und dann ist da noch Endo Anaconda von Stiller Has welcher die schon grundsätzlich vorhandene Poesie des Berndeutschen auf die Spitze treibt.

Wo findet man Dich?
Im Internet auf https://ponyhofbesucher.wordpress.com/ oder https://www.facebook.com/dervomponyhof/
Im echten Leben auch mal im Old Capitol an der Bar 

Schreibst Du mir eine kleine Geschichte in der die Worte Handlettering, Buchstaben, Ambersand, Kapitälchen und schön schreiben vorkommt?
Ok, für diese „Geschichte“ entschuldige ich mich im Voraus. Aber du hast es ja nicht anders gewollt…

Meine Lehrer sagten mir immer: „Kannst du denn nicht schön schreiben? Logisch hast du in den Diktaten immer Null Fehler, weil alle Buchstaben von dir reine Interpretationssache sind.“
„Gut!“ dachte ich mir, „wenn das mit den Wörtern funktioniert, dann klappt das auch mit den Zahlen!“
Der Erfolg dieser Idee war überschaubar, darum hab ich heute nur ein kleines Kapitälchen, liege nicht am Strand und sitze mit meinem kühlen Amber -im- Sand (-kasten).
Doch dann erschien Ste die gute Handletteringfee und zeigte mir die Faszination und den Nutzen der Schönschrift. Stellt euch vor, unsere Schilder im Alltag wären von Leuten wie mir geschrieben worden. Niemand würde mehr die Toiletten finden, was für ne Sauerei! Merci Ste!

 

Ich bitte „meine“ Interessanten Menschen immer noch um etwas Handgeschriebenem – weil ich auch dies, sowie die Menschen selber sehr interessant finde und jeder von jeder Handschrift etwas lernen kann. Fredi ich glaube Du bist ein „Juflihung“ beim schreiben 😉

 

Danke lieber Fredi für Deine tollen Antworten! Ich weiss, es waren etwas gemeine Fragen, aber es wäre mir noch so einiges in den Sinn gekommen für Dich! Schön Dich kennengelernt zu haben – guete Cheib bisch!

Hattet Ihr auch soviel Spass beim lesen wie ich? Dann verfolgt doch die PonyhofbesucherGeschichten – es lohnt sich!